Geburtsberichte 2

Geburtsbericht von unserem Moritz.

Moritz ist unser 4. Kind und das dritte Kind welches außerklinisch zur Welt kommen wird.

Beate wird zum 2. Mal unsere Hebamme sein. Dieses Baby soll zu Hause zur Welt kommen, wenn es zeitlich so
passt dass wir die nötige Ruhe haben. Falls alle Kinder zu Hause sein sollten würde mich mein lieber Mann
ins Geburtshaus nach Kitzscher bringen.

Der errechnete Entbindungstermin war der 27.10.2017. Die ganze Schwangerschaft verlief ohne Probleme.

Die Übungswehen wurden in der letzten Woche unangenehm, aber nicht schmerzhaft.

Erst am 01.11. ging abends der Schleimpfropf ab. Da wusste ich dass es zeitnah endlich losgeht und ich von
diesem riesen Bauch befreit werde.

Am 02.11. gingen die großen Kinder früh zur Schule und mein Mann brachte die Jüngste in die Kita, da ich
schon leichte Wehen bekommen hatte.

Der Kamin wurde angeheizt und ich machte mir eine schöne heiße Wanne. Mein Mann hat in der Zeit noch im
Garten gewerkelt.
Im Wasser wurden die Wehen zwar stärker aber nie wirklich intensiv. Ab 10 Uhr waren die Wehen zwar
schmerzhaft aber immer noch auszuhalten. Als um 11 die Fruchtblase in der Wanne "geplatzt" ist und
das Fruchtwasser grün war hab ich gleich Beate und meinen Mann angerufen. Sie kam sofort vorbei. Es kam mir
vor als wäre sie geflogen so schnell war sie da! Mein Mann kam gleich ins Haus.

In der Zwischenzeit bin ich aus der Wanne raus. Hab mich ins Wohnzimmer verkrümelt. Mein Mann hatte schon das
Sofa "geburtstauglich" gemacht. Die Wehen waren nach wie vor nicht sehr lang und auch nicht so
intensiv. Quasi halbe Wehen. Sie waren einfach nur kurz schmerzhaft aber auszuhalten. So atmete ich Wehe für
Wehe, bis ca. 13 Uhr. Dann war der Muttermund komplett eröffnet. Die Presswehen setzten ein. Aber auch diese
Wehen waren nur halbe Wehen. Hatten kaum Kraft. So kämften Beate und ich weiter. Wir probierten noch mal die
Wanne. Mein lieber Mann hatte extra noch die Heizung umgestellt so dass genug warmes Wasser da war für unsere
xxl Wanne.

Aber auch in der Wanne wurden die Wehen nicht intensiever. Dann probierten wir homöopatische Mittelchen aus.
Auch die halfen leider nicht. Also wieder raus aus der Wanne und zurück ins Wohnzimmer. So langsam wurde ich
ungeduldig, da ich gemerkt habe dass die Wehen nicht stark genug sind und der Kopf des Babys einfach nicht
runter rutscht. Die Herztöne vom Baby waren zum Glück immer im Normbereich.

Beate bat mich, mich auf dem Sofa auf die Seite zu legen damit der Kopf "in die Kurve rutscht".
Gleichzeitig sollte ich mit schieben so sehr ich kann. Falls das nicht funktionieren sollte hätte mich Beate
noch ins Klinikum verlegt. Das wäre der Horror für mich geworden. Also habe ich mit aller Kraft
mitgedrückt. Das hat zum Glück geholfen. Geboren wurde mein Baby Moritz im Vierfüßlerstand auf dem Sofa,
mein Mann hielt meine Hand ganz fest. Obwohl er nicht bei der Geburt dabei sein wollte haben wir (Beate und
ich) ihn zum Schluß doch noch dazu geholt, da er mit helfen sollte mich von der Seitenlage in den
Vierfüßler zu bringen.

Um 14:02 war es dann endlich geschafft. Total erschöpft konnte ich diesen Moment gar nicht so recht
wahrnehmen und genießen. War einfach nur froh es doch noch aus eigener Kraft geschafft zu haben und das die
Schmerzen endlich vorbei waren.

Rückblickend war es für mich eine Geburt mit halben Wehen, da ich wärend der gesamten Geburt keine einzige
richtige Wehe hatte. Die Wehen waren immer nur 30 Sekunden lang und auszuhalten. Bei den anderen Geburten
waren sie wesentlich schmerzhafter und auch länger. Aber mein Körper wusste schon warum er dies so tat.
Moritz wog 4110 gr und war 55 cm lang. Durch die sehr lange Austreibungsphase sind wir beide unversehrt
geblieben!

Nach der ersten Kennenlernzeit holte mein Mann unsere nun nicht mehr jüngste aus dem Kindergarten. Ganz
vorsichtig hat sie sich das kleine Baby angeschaut. Kurz danach kam auch unser Sohn mit dem Schulbus nach
Hause.

Erst dann hat uns Beate verlassen und ist zu ihren Liebsten nach Hause gefahren. Pünktlich zum Abendbrot.

Ich bin Beate unendlich dankbar für diese tolle Geburt. Im Klinikum wäre es nicht so friedlich und ohne
Interventionen abgelaufen.

Eine Hausgeburt war schon beim zweiten Kind mein Wunsch, und erst jetzt beim vierten konnte ich dieses Wunder
selbst erleben.

Danke Beate!!


Zurück