Geburtsberichte

Geburtsbericht von Melody-June *01.08.2015
Zuerst muss ich erwähnen das wir mitten im Umzug stecken und der Geburtstermin erst der 20.8.2015 gewesen wäre!
Am 31.07.2015 hatte ich immer mal relativ starke Schmerzen im Unterleib wobei ich mir sicher war das es einfach nur Senkwehen sind mein Mann bestand drauf das ich mich ausruhe was ich dann natürlich auch tat!
In der Nacht vom 31.07. zum 01.08 war ich total unruhig hatte ständig mensartige Schmerzen die mich nicht schlafen ließen.
Es müsste ca 8.00Uhr morgens gewesen sein sind mein Mann und ich aufgestanden haben gemütlich mit unseren 2Kindern gefrühstückt und die Schmerzen waren zurückgegangen!
Gegen Mittag sind wir dann ins Möbelhaus gefahren um uns nach einer Küche für die neue Wohnung umzuschauen diese haben wir dann auch gefunden.Als die liebe Verkäuferin uns sagte das der Liefertermin erst Mitte September sein wird war mir schon ganz komisch schließlich war der Geburtstermin unseres 3.Engel am 20.08.2015.... Naja gut wir müssten jetzt damit leben sind wieder nach Hause gefahren und immer wieder aber total unregelmäßig traten diese Schmerzen im Unterleib auf die ich aber garnicht weiter beachtete.
So zwischen 14.00-15.00 in der neuen Wohnung angekommen setzten wir den Umzug fort Wohnzimmer und Kinderzimmer waren im großen und ganzen fast fertig es sollte an diesem Tag die erste Nacht in der neuen Wohnung werden also hetzte mein Mann Schlafzimmer hier hoch während ich anfing die Sachen der Kinder in die Schränke zu sortieren!
Als ich fertig war muss es Ca 18.00Uhr gewesen sein und die Schmerzen wurden wieder häufiger ich bat mein Mann das wichtigste was wir brauchen für unsere Hausgeburt zusammen zu suchen!! Er fragte ganz aufgeregt ob es jetzt los geht ich sagte nein aber anhand von den Schmerzen könnte es vielleicht die Nacht losgehen!Er suchte alles zusammen und fragte ob ich unsere Hebamme Beate angerufen habe ich antwortete ihm nein was soll sie jetzt machen es sind keine regelmäßigen wehen aller fünf Minuten es ist alles noch total unregelmäßig!
Mein Mann gab sich mit der Antwort zufrieden und führte den Umzug fort.Er fuhr in die ,,alte" Wohnung.
In dieser Zeit bekam ich recht starke Wehen aller 4Minuten also auch endlich regelmäßig mir wurde jetzt bewusst heute kommt unsere kleine Tochter zur Welt Die Wehen wurden kräftiger und mein Mann war noch nicht zurück und telefonisch konnte ich ihn auch nicht erreichen!
Ca19uhr kam er endlich zurück und er sah wie ich die Wehen veratmen musste ich glaube spätestens zu diesem Zeitpunkt war auch ihm bewusst das er heute zum 3.mal Papi wird!Er fragte wieder hast du Beate angerufen und ich nur nein mach du es bitte!
Er rief Beate sofort an und sagte ihr das sie sich auf den Weg machen müsste sie fragte mein Mann ob es starke Wehen sind und er sagte ihr das ich sie schon veratmen muss und sie aller 4min kommen!
Die Wehen wurden immer stärker und immer kürzere Abstände auch der Druck nach unten nahm kräftig zu!
Endlich ca19.30 kam Beate ich stand vorgebeugt zum Sofa und veratmete Wehen Beate hörte die Herztöne ab die super in Ordnung waren!!
Nach ich denke so 4-5 Wehen fragte mich Beate ob ich mich auf den Gebärhocker setzen möchte und ich sagte ja also setzte sich mein Mann aufs Sofa und ich mich mit dem Hocker zwischen seine Beine.
Jetzt wusste ich es dauert nicht mehr lange!
Beate sagte mir immer wieder ich soll ruhig atmen und leicht mitschieben wenn es drückt ,was ich dann auch tat auch sagte mir sie immer wieder wie toll ich das mache was mich ermutigte weiter zu machen. Ich merkte wie alles spannte und plötzlich sagte Beate nicht mehr schieben und wir sahen nach unten und konnten es kaum glauben....
Endlich bist du da unsere kleiner Engel am 1.08.2015 19.41 hast du das Licht der Welt erblickt in Geborgenheit in unserem ,,neuen " zuhause!
Melody-June 01.08.2015 19.41Uhr 2730g 48cm
Du warst so entspannt du hast es gleich genossen bei Mama zu schlafen von der 1.Sekunde an!
Geplant war eigentlich das unsere liebe Denise diese ganze Geburt mit Geburtsfotos festhält leider kam sie 1min zu spät unser Baby hatte es ganz eilig und war gerade geboren dafür wurden es wunderschöne Bilder von unserem Engel ab der ersten Minute als wir dich begrüßen durften!
Wir hatten wieder eine absolute Traumgeburt ohne Stress ohne unnützige Eingriffe!
Unsere zwei Hausgeburten 2012 und 2015 sind absolut nicht zu vergleichen mit der ersten Geburt unseres Sohnes 2009 in der Klinik wir würden nie mehr zur Geburt ins Krankenhaus gehen weil das was uns dort passiert ist, hat überhaupt nichts mit Geburt zu tun sondern nur mit Abfertigung!
Wenn wir die Welt verändern wollen, Müssen wir verändern, wie wir geboren werden!!!!!




Die wundervolle, traumhafte, selbstbestimmte Geburt von Jessy Lian
💖

Am Morgen des 27.6.15 fühlte ich mich eigentlich wie immer. Die Tage zuvor war ich irgendwie matt und erschöpft, aber an diesem Samstag fühlte ich mich gut. Ich sah dann, dass ich begann zu zeichnen. Allerdings wusste ich, das muss nicht heißen es geht heute los. Mein Mann Christian, meine Kinder Lynn (5 Jahre) und John (2 Jahre) und ich deckten den Tisch. Ich erzählte es Chris, fügte jedoch gleich hinzu, dass es nicht sein muss, dass unser Baby heut kommt. Ich hatte das Gefühl es passiert heute, aber ich wollte mich nicht drauf versteifen. Ich hatte Angst enttäuscht zu sein, wenn es doch nicht so ist. Obwohl ich schon drei Geburten erlebt habe, konnte ich es nicht richtig einschätzen, denn alle wurden eingeleitet. Diesmal sollte es eine ganz natürliche Geburt werden.
Nach dem Frühstück setzten Wehen ein. Deutlich spürbar aber nicht weltbewegend. Ich versuchte meine Schwester und meine Mama zu erreichen, denn meine Schwester wollte die zwei Großen zu meiner Mama bringen, wenn es los geht. Ich erreichte Keinen. Stattdessen die nächste Überraschung... die Toilette ist verstopft und mein Mann versucht das nun zu beheben. Waschbeckenschrank war abgebaut, überall Werkzeug und der Gestank nach Chlor - ich will doch unsere Tochter in der Wanne willkommen heißen! Wie soll das nur werden?
Gegen 11.00 Uhr löst sich ein Teil des Schleimpfropfes. Somit weiß ich es passiert heute, klar bei manchen dauerte es danach noch eine Woche oder einige Tage, aber ich weiß irgendwie 'Heute ist es soweit! Ein Samstag, wie du es wolltest.'
Ich bereitete das Mittagessen vor und räumte auf. Ich fühlte mich gut. Körperlich und auch mental konnte ich noch lächeln über all das was schief ging - nur die Sache mit dem Bad machte mir echt Sorgen.
Ich legte mich zum Mittagsschlaf hin. John schlief recht schnell beim Stillen ein, Lynn wollte nicht schlafen. Ich konnte nicht. Wehen aller 7 Minuten hielten mich wach.
So beschloss ich mit Lynn aufzustehen und alles vorzubereiten. Chris war noch immer im Bad beschäftigt. Inzwischen meldete sich meine Mama. Sie sei zu Hause, aber meine Schwester war wohl am Tag zuvor auf einer Hochzeit und schiefe wahrscheinlich noch. Toll...
Lynn half wirklich gern. Wir legten Malerfolie in der Stube aus, falls die Blase aufgeht, bezogen die Gästematratzen, denn nach Wassergeburt sah es ja gerade nicht aus und bereiteten mein "Wochenbett" vor. Alles in schönem rot bezogen, damit sich unser Baby wohlfühlt.
Die Wehen werden stärker. Ich atme die ganze Zeit schon schön mit. Beim ausatmen stelle ich mir vor wie ich die Längstmuskeln der Gebärmutter mit nach oben ziehe, sodass mein Baby tiefer rutscht.
Es ist gegen drei und langsam wird es Ernst. Wehen etwa aller 5 Minuten. John wachte gerade auf. Chris bringt nun die Kinder zu meiner Mama und ich rufe die Hebamme an. Sie sagt ich klinge noch sehr entspannt - das bin ich auch. Ich hab das Gefühl es geht bald los, aber möchte mich noch immer nicht drauf festlegen und sage daher lieber zu mir selbst ich wüsste es nicht. Sie fragt ob sie jetzt kommen soll oder ob ich mich melde, sobald ich das Gefühl hab sie da haben zu wollen. Ja, eigentlich möchte ich noch etwas alleine sein.
Chris ist gegen 15.45Uhr wieder da. Die Wehen werden kräftiger. Ich habe dieses riesige Bedürfnis jetzt ins Wasser zu gehen und mache ihm das unmissverständlich klar. Er meinte er tut sein Bestes. Der Arme, kann gar nichts dafür, trotzdem war ich sauer. Ich hätte ihn lieber für mich gehabt und bei mir...
Ich sag zu meinem Baby sie solle bitte warten, ich möchte doch in die Wanne! Dann sagt er ich könnte das Wasser einlassen. Der Geruch von Chlor ist verflogen, er räumt gerade das Werkzeug weg und baut den Schrank wieder auf. Erleichterung. Ich lasse mir Wasser ein und bin überglücklich. Wehen sind nun aller drei Minuten und ich rufe Beate, meine Hebamme an.
16.15 Uhr steige ich in die Wanne. Endlich! Tut das gut! Ich fühle mich so wohl. Ich bin nicht aufgeregt, ich bin nur so glücklich! Ich veratmet weiter. Chris räumt noch auf. Etwa 16.30 Uhr kommt die Hebamme. Sie begrüßt mich herzlich, fragt wie es mir geht. 'Super!' Mir geht's wirklich gut und dem Baby auch. Die ganze Zeit über spüre ich sie, rede mit ihr. Sie ist so aktiv! In der Wanne streichel ich über meinen Bauch und sage ihr leise 'gleich' und freue mich dabei so sehr sie bald in meinen Armen halten zu dürfen. Chris holt noch etwas aus Beates Auto, räumt den Rest Werkzeug weg und bringt Handtücher, Schüsseln und Mullwindeln.
Er setzt sich neben die Wanne in Kopfhöhe von mir. Ich veratme weiter, allerdings hab ich nun das Gefühl langsam mit schieben zu müssen. Es sind noch keine Presswehen, aber sie schiebt sich schon sehr weit vor. Chris bringt mir etwas zu trinken, ich bin sehr durstig.
Während der Wehen schiebe ich beim ausatmen also mit. Aber noch recht ruhig und entspannt. Ich spüre wie sich ihr kleiner Kopf immer wieder vor, aber auch wieder zurück bewegt. Ich habe das Gefühl, sie sei sicher gleich da, da ich den Kopf so deutlich spüre. Aber es dauert tatsächlich noch etwas. Zwischendurch frage ich mich, ob ich nicht doch pressen sollte. Ich möchte es versuchen, kann es aber irgendwie gar nicht, ich kann nur noch schieben. Dann wird es wohl richtig sein.
Ich denke über einen Positionswechsel nach - Vierfüßlerstand (war für mich sehr unangenehm), auf der Seite liegend (fühlte sich auch nicht so richtig an), also doch wieder halb sitzend, die Beine über den Wannenrand. Dann kam mir der Hocker in den Sinn. Vielleicht ist der besser, wegen der Schwerkraft und so. Chris holt ihn rein. Ich hätte aus der Wanne aussteigen und mich auf ihn setzen können, aber irgendwie wollt ich nun doch nicht mehr.
Die Wehen wegen kräftiger. Und ich muss kräftiger mitschieben. Ich atme auch nicht mehr ganz so leise aus.
Schon die ganze Zeit über misst Beate immer mal die Herztöne, manchmal bekomme ich es gar nicht so mit. Sie sind immer gut und sie lobt uns wie toll wir das machen. Schön zu hören!
Zwischen den Wehen lege ich wieder und wieder meine Hände auf meinen Bauch. Sie ist so aktiv und macht so toll mit. In Gedanken spreche ich zu ihr und lobe sie, wie toll sie das macht und sage ihr wie sehr ich mich freue. Manchmal spreche ich es laut aus.
Chris hält die ganze Zeit meine Hand und während der Wehen hänge ich mich richtig an ihn. Sie werden kräftiger und dann spüre ich sie die eine richtig starke Wehe. Ich schiebe und spüre ihren Kopf, beim ausatmen rufe ich ihren Namen. Ich bin so glücklich sie bald bei mir zu haben! Ich schiebe nochmal. Sie ist da, bis zum Nabel etwa. Sie wurde in der Fruchtblase geboren, die dann allerdings aufging. Ich sah es leider nicht. Spürte er aber.
Beate sagt ich könne sie aufnehmen, ich beuge mich vor und da ist mein Baby! Beate hilft mir etwas sie zu nehmen. Wir ziehen ihre Beinchen raus und ich lege sie mir auf meinen Oberkörper und sehe sie verliebt an. Da ist sie, meine Jessy! 17.53 Uhr am 27.6.15 ist sie endlich angekommen.
Sie ist so schön! Sieht genauso aus wie ihre Geschwister! Sie schaut sich um und schläft dann langsam ein. Natürlich. Sie ist geschafft, sie hat so schön mitgemacht!
Beate deckt sie mit einem weichen Handtuch zu und wir liegen da und kuscheln. Nach einiger Zeit kommt noch eine Wehe, ich schiebe und die Plazenta ist geboren.
Wir sind überglücklich! Wir gehen gemeinsam nach oben. Chris mit Jessy und der Plazenta, denn unser Baby ist ein Lotusbaby und Beate hilft mir. In der Stube angekommen, kuscheln wir uns aufs Sofa. Wir betrachten unser Baby.
Dann wird gemessen und gewogen. 51cm ist meine Maus und 3580 Gramm. Super! Chris holt die Geschwister während Beate noch bei mir bleibt, denn sie würde uns ungern nun alleine lassen.
Lynn freut sich riesig und kommt sofort ihre Schwester begrüßen. John hat erst ein wenig Angst und traut sich nicht zu schauen, doch dann freut er sich und streichelt und küsst und beide, Jessy und John, gönnen sich erstmal einen Schluck der guten Mumi.
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Eine so entspannte, wunderschöne, selbstbestimmte Geburt fern von Schmerzen, unnötigen Eingriffen und ständigen Kontrollen, eine so natürliche und unbeschreiblich schöne Geburt bei der ich ständig in Verbindung mit meinem Baby stand, bei der ich auf mich, mein Baby, meinen Körper und der Natur vertraute - eine solche Geburt habe ich mir gewünscht, davon habe ich geträumt und es wurde wahr! Dafür danke ich meinem Mann, der genau in dem Maß da war wie ich es brauchte und ebenso meiner Hebamme Beate, die mir das Gefühl gab es gäbe bei der Geburt nur Chris, mein Baby und mich! Danke!



Bericht eines werdenden Vaters...

Die Zeit vergeht, die Nachkommen sprießen und wir als Eltern sammeln so unsere Erfahrungen beim Thema Schwangerschaft und Geburt. Bei mir aus der Sicht des Vaters ist der Blickwinkel ja etwas anders, als bei den aktiven Hauptpersonen. Dennoch konnte ich bei den vergangenen zwei Geburten, die wir in verschiedenen Krankenhäusern miterlebt haben, und schließlich der jetzigen im Geburtshaus, große Unterschiede feststellen.

Der Kreissaal eines Krankenhauses mag ja auf einer Besichtigungs-Tour schön anzusehen sein. Wenn man aber erst aufgeregt mit mehr oder weniger starken Wehen den diensthabenden Hebammen gegenübersteht, gerade als Erstgebärende, kann sich schon mal schnell das Blatt wenden. Ich möchte an dieser Stelle auch nicht alle Hebammen über einen Kamm scheren. Allerdings hatten wir bei beiden klinischen Geburten das zweifelhafte Glück, an Hebammen zu geraten, die scheinbar genervt unter Zeitdruck zu stehen schienen und die die Liebe zu ihrem Beruf an diesem Tag zu Hause vergessen hatten. Während Geburt und Nachsorge hatten scharfe Worte und Hilfsmittel aller Art die Oberhand und liebevollen Umgang, den das Baby zwar schon bekam, suchte man bei der Behandlung der Mutter jedoch vergebens. Das Fazit eines Vaters, der das Geschehen hautnah miterlebt, kann hier nur ?erschreckend? lauten. Zum damaligen Zeitpunkt kannte ?Mann? dies jedoch nicht anders und nahm es als normal hin. Auch unsere zweite klinische Geburt verlief nicht ganz so schön und behütet, wie wir uns das in unserer Vorstellung ausgemalt hatten. Der Wechsel in ein anderes Krankenhaus brachte jedoch eine klare Wende mit sich. Wir lernten eine Hebamme kennen, die derzeit schon die Vorsorge der Schwangerschaft übernahm, mit all der Liebe und Hingabe, die eine Hebamme haben und mitbringen sollte. Jetzt, Jahre später, sollte sie uns mit ihrem eigenen Geburtshaus und weiteren Hebammen in der Hinterhand durch unsere dritte Geburt helfen?

Auch wenn eine außerklinische Geburt vielleicht Risiken mit sich bringt, war die Entscheidung, in ein Geburtshaus zu gehen, von Anfang an gefällt. Die Option, im Notfall in das nicht weit entfernte Krankenhaus zu gehen, blieb dabei immer offen. Das Vertrauen in die Hebamme, das man unweigerlich beim Kennenlernen aufbaut, gehört dazu. Auch die Räume des Geburtshauses laden zum kuscheln und Kinderkriegen ein. Mit viel Liebe ist hier alles für Mutter und Kind ein- und hergerichtet. Wohlfühl-Atmosphäre pur. Auch und gerade wenn es in die eigentliche ?heiße Phase? geht, bewahrt sich diese Ruhe und familiäre Ausgeglichenheit und zieht sich durch die Geburt bis hin zum Verabschieden, wenn es mit dem neuen Erdenbürger nach Hause geht. Mit unglaublicher Zuneigung und Liebe und einem scheinbar endlosen Aufbringen an Zeit, half uns unsere Hebamme Beate durch diese ebenfalls unglaublich selbstbestimmte Geburt. Dieses Erlebnis war mit keinem der beiden ersten Geburten zu vergleichen. Erst jetzt begriffen wir, wie schön dieses Lebensereignis ?Geburt? für alle Beteiligten sein kann. Auch als Vater, der hier mit einbezogen wird, die Schönheit dieser Momente zu erleben, ist fantastisch.

Nach meiner Meinung gefragt, kann ich die Geburt in diesem Geburtshaus, wenn sie denn medizinisch möglich und keine weiteren Risiken birgt, mit ganzem Herzen empfehlen. Bei Beate und ihren Hebammen schlägt das Herz auf der richtigen Seite und die Liebe zum Beruf ist mehr als deutlich spürbar. Auch wenn in harten Zeiten mal Schlafmangel herrscht, gibt es keine Kompromisse bei der Arbeit. Vorsorge, Nachsorge, Beratung, Gymnastik, Krabbelgruppe und mehr gibt es hier und immer ist das Herz dabei. Das Motto lautet also: Sagt ja zu Kindern, sagt ja zum Geburtshaus oder zur Hausgeburt. Die beste Adresse die ihr finden könnt, ist die von Beate und ihrem Team. Habt Dank für alles, Mädels !






Geburtsbericht von Carolin

2003 kam unsere Tochter im Krankenhaus zur Welt. Inclusive Einleitung, Wehentropf und Kristellern in der Austreibungsphase. Das wollte ich nie wieder erleben und schon kurz nach der Verlegung vom Kreissaal auf die Wochenstation stand für mich fest: Wenn nicht wirklich medizinisch erforderlich, bekomme ich das nächste Kind nicht in einem Krankenhaus!
2005 kam unser Sohn im Geburtshaus Gera zur Welt (Beate gab es damals leider noch nicht). Leider war die Betreuung während der Geburt nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Frustblase wurde bei 5 cm Muttermund eröffnet und anschließend der Muttermund in einer Wehe auf 10 cm aufgedehnt. Anschließend wurde mein Sohn aus mir herausgezogen, obwohl erst der Kopf geboren wurde und noch keine Drehung des Rumpfes erfolgte. Quintessenz des ganzen war ein KISS-Sydrom bei meinem Sohn.

Nun wurde ich im Dezember 2014 wieder schwanger und machte mich sofort auf die Suche nach einer Alternative zum Krankenhaus und Geburtshaus Gera. Dabei bin ich auf die Hebammenseite von Beate gestoßen und habe nachgefragt, ob ich auch bei ihr entbinden könnte, obwohl wir südlich von Altenburg wohnen. Sie bat mir an, in ihrem Geburtshaus zu entbinden. Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen!!
Da ich in dieser Schwangerschaft auch eine Hebammenvorsorge wollte, fühlte ich mich bei Beate von Anfang an sehr gut betreut. Nur zu den 3 Ultraschalluntersuchungen ging ich zu meiner Frauenärztin.
Die Schwangerschaft verlief ohne große Komplikationen, dank der Hebammenvorsorge total entspannt und ruhig. Es war mir sehr wichtig, alles aus einer Hand zu haben. Vorsorge, Geburt und Nachsorge. Denn nur so ist für mich ein absolutes Vertrauen und somit eine entspannte Geburt möglich.
Mein errechneter Entbindungstermin war der 24.8.
Mit Beate wurde alles über die Geburt besprochen, was mir eine unglaubliche Sicherheit und Gelassenheit verschaffte.

Am 26.8. (Mittwoch) abends ging leicht blutiger Schleim ab und ich freute mich schon, dass es nun bald losgehen würde. Am Donnerstag und Freitag das gleiche Bild mit vereinzelten leichten Wehen, die nicht wirklich schmerzten, mir aber zeigten, dass sich mein Körper für die anstehenden Geburt schon mal startklar machte.
Am Samstag früh, gegen 2 Uhr wurde ich von leicht schmerzenden Wehen geweckt, die dann auch alle 5 Minuten wiederkamen und schnell schmerzhafter wurden. Ich ging erstmal in die Küche, machte mir einen leichten Kaffee und gab der Katze was zu fressen, so dass sie mir nicht die ganze Zeit um die Beine läuft. Gegen 3 Uhr machte ich mir eine Wanne, denn mir wurde kalt. In der Wanne wurden die Wehen etwas stärker, waren aber noch gut auszuhalten. Nachdem ich wieder aufgewärmt war ging ich aus der Wanne und veratmete noch ein Paar Wehen, ehe ich meinen Mann weckte und Beate anrief. Das war 5:30 Uhr.
Wir fuhren los. Es war sehr nebelig draußen und ich hatte Angst, dass uns gerade in diesem Moment ein Reh vor das Auto läuft. Wir hatten Glück und alle Rehe blieben auf den Feldern!
Im Auto wurden die Wehen sehr heftig und ich war froh, 6 Uhr im Geburtshaus anzukommen. Mein Mann bezog noch das Bett und fuhr dann wieder nach Hause (das war so besprochen, denn es hätte mich gestört, wenn mein Mann dabei gewesen wäre).
Ab dem Zeitpunkt, an dem wir im Geburtshaus ankamen, habe ich kein Gefühl mehr dafür, wie spät es war.
Der Muttermund hatte sich bereits auf 3 cm eröffnet und war auch ?schön weich? laut Beate. Also hatte sich der Himbeerblättertee doch bezahlt gemacht.
Ich verarbeitete die Wehen abwechselnd im Stehen und auf dem Bett hockend, bzw. nach vorne gelehnt auf den Stillkissen
Die Wehen kamen in regelmäßigen kurzen Abständen und wurden zunehmend schmerzhafter. Beate bat mich nur, keine Angst vor der nächsten Wehe zu haben und langsamer zu atmen, da mir schwindelig wurde. Das half mir sehr gut und die Wehen wurden erträglicher und ich entspannter.
Mit der Zeit wurde mir wieder sehr kalt und ich schwitzte sehr stark. Die Wehen wurden plötzlich schwächer und ich hatte kurz Zeit zum Krafttanken, da ich in dieser kurzen Zeit in den Wehenpausen drei mal in einen Sekundenschlaft gefallen bin. Das war wie ein Koffeinkick!
Da mir immer noch schrecklich kalt war, machte mir Beate die Geburtswanne zurecht und tat etwas Eisenkrauttropfen hinein.
Diese Tropfen wirkten wie ein Wehentropf. Sobald ich meinen Bauch mit Wasser übergoss oder ins Wasser tat kamen heftige Wehen. Ich veratmetet jede einzelne Wehe, wieviele es waren kann ich nicht sagen.
Ich bat Beate doch noch mal zu schauen, wie weit sich der Muttermund geöffnet hatte. Wir waren bei 7 cm. Ein tolles Gefühl, zu wissen, dass man es bald geschafft hat. Aber schon in der nächsten Wehe hatte ich einen starken Pressdrang, Beate regulierte das Austreten des Köpfchens, ich ließ meinen Schmerzen verbal Luft und die kleine Carolin erblickte im Wasser das Licht der Welt. Ich nahm sie selbst aus dem Wasser und war total erschöpft aber froh, dass es endlich geschafft war. Es war nun 8:38. Beate half mir beim Ausstieg aus der Wanne und ich legte mich ins Bett. Die Nabelschnur pulsierte aus und 8:58 kam die Plazenta vollständig und ohne Komplikationen.

Nachdem ich die Bondingphase mit meinem Baby genießen durfte wurde Carolin gewogen und angezogen. Danach besprachen wir nochmal die Geburt. Beate sagte mir auch, dass wenn ich in einem Krankenhaus entbunden hätte, mir mit hoher Wahrscheinlichkeit die Fruchtblase gesprengt wurde und ein Wehentropf angelegt, nämlich zu dem Zeitpunkt, als die Wehen wieder schwächer wurden und ich in den Sekundenschlaf gefallen bin. Außerdem hätte ich bei 7cm Muttermund nicht pressen dürfen! Aber wie man sieht hat auch alles ohne Interventionen super funktioniert.

Ich bin Beate so dankbar dafür, bei ihr entbinden zu dürfen, denn es war mein größter Wunsch, dass in den Geburtsverlauf nicht von außen eingegriffen wird. Ich wollte es von alleine schaffen, aber mit dem guten Gewissen, jemanden dabei zu haben, der nach dem Baby schaut und zur Not eingreifen kann. Meine Wunschgeburt wurde endlich Wirklichkeit!!

Um 11:30 Uhr holten mich mein Mann und Sohn im Geburtshaus ab und wir fuhren bei schönstem Sonnenschein nach Hause!

Danke liebe Beate!! Du bist unbezahlbar und ich hoffe, dass meine Töchter und Schwiegertöchter später auch noch die Möglichkeit haben, mit Dir ihre Baby´s zur Welt zu bringen.















Mein Geburtsbericht von unserem Milan Sam Roy

Nach der wunderschönen Beleggeburt mit Beate, mit Valentina 2012 stand für mich fest wenn mal noch ein Baby kommt, dann wieder mit Beate, aber nicht in der Klinik. Dieses Baby ließ ja nicht lange auf sich warten. ;-)
Im November 2013 rief ich Beate schon an und sagte das ich vermute schwanger zu sein, dies bestätigte sie mir wenige Tage später. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten genoss ich meine Schwangerschaft immer gestärkt durch ihre lieben aufbauenden und vertrauenden Worten. So vergingen die Monate wie im Flug. Es war ein Montag Nachmittag, 11 Tage über Termin, wir saßen gemütlich bem Kaffeetrinken. Mir ging es nicht so besonders. Hatte auch an diesem Tag einigen Schleimabgang. Ich dachte noch so bei mir, es könnte doch nun langsam mal los gehen. Dann war er da der Grosse Tag. Am 5.8.2014 im 3.30 musste ich ganz dringend zu Toilette und so ging ich. Ein dicker, leicht blutiger schleim ging ab und ich wusste jetzt dauert es nicht mehr lange. Ich hatte allerdings keine wehen also bin ich wieder in das Bett, wo mein Mann munter wurde und mich fragte was los sei. Ich sagte, das wohl unsere Baby kommt. Er fragte soll ich Beate anrufen, ich verneinte, ich hatte ja keine Wehen. Diese fingen allerdings gegen 4 Uhr an. Ich stand nun doch wieder auf, ging in das Wohnzimmer und setzte mich auf meinen Ball. Oh man tat das gut. Ich kreißte bei jeder w
Wehe. Oh man sie kamen regelmässig und mit jede Wehe wurden sie stärker. Gegen 5.15 Uhr wurde Beate von meinem Mann geweckt, den unser kleiner Mann hatte es sich nun doch überlegt aus seiner 1-Raum Wohnung auszuziehen. Lange mussten wir ja nicht warten bis sie da war, ihr Weg war ja nicht allzu weit ;-) Als sie dann da war, war dann auch mein Mann Roy beruhigt. Als Beate dann mit ihrem grossen Koffer rein kam, sass ich auf meinem Ball und kreißte so vor mich hin. Sie wollte nur mal nach schauen wie weit der Muttermund ist, wow schon 8 cm. Wahnsinn. Ich wehe so vor mich hin. Ich sass mal auf dem Ball, mal auf dem Sofa , mal lief ich einfach nur so rum. Beate und Roy bereiteten in der Zeit unseren Geburtsplatz vor. Breiteten Folie aus. Plötzlich merkte ich, dass ich pressen muss. Beate machte mir Mut und sagte lass es zu und das ich dem Druck ruhig nach geben kann und mit schieben kann. Also tat ich es. Ich tänzelte bei jeder wehe im Kreis. Ich wollte gern auf dem Hocker entbinden, aber Beate merkte schnell, das da der Druck nicht so da war und fragte ob ich mir vorstellen kann im Vierfüssler mein Baby zu bekommen. Ja, wenn sie meint, war mein Gedanke, also nahm ich diese Stellung ein und merkte sofort das es viel einfacher war. Ich lehnte auf dem Hocker und presste einmal und noch einmal und 6.30uhr war es dann geschafft und Beate empfing mit meinen Mann zusammen unseren Milan Sam Roy In Glückshaube. Ich brauchte einen kleinen Moment um zu realisieren was da gerade passiert ist. Dann nahm ich mein kleinen süssen vom Boden auf und begrüsste ihn. Nachdem die Nabelschnur auspulsiert war, wurde sie durch geschnitten. Oh gott ich weiss gar nicht wer. Dann sass ich auf einer Schüssel, auf dem Boden und warteten auf die Plazenta. Mein Mann hatte unsere Mini im Arm, ein Bild wunderschön, so das ich es erstmal fotografieren musste. Beate sagte ich soll erstmal an die Plazenta denken, aber das Bild musste ich erstmal fest halten. Danach wollte ich gern auf das Sofa hoch, und kaum oben und gemütlich kam auch die Plazenta ohne Probleme.
Um 7.3o wurde Milan dann auch von seinen vier andren Geschwistern liebevoll begrüsst.. ein Traum nicht in Worte zu fassen.... Ein Traum wurde wahr....in völliger Ruhe in Würde und völlig Liebe voll wurde Milan von Beate empfangen. Ich danke ihr von Herzen für diese wunderschöne Erfahrung, ich werde diese nie mehr vergessen... auch die Beleggeburt von Valentina werde ich nie vergessen. Aber ich muss sagen nach fünf schöne Geburten, war die Hausgeburt doch die schönste!!!



Geburtsbericht von Martas Geburt

3.11.2012
8 Tage über ET und ich bin mit den Nerven am Ende. In 2 Tagen startet mein Mann mit seiner Saisonarbeit und kann nicht mehr so einfach mit zur Geburt. Das macht mir zu schaffen und ich will, dass unser Baby endlich kommt.
Morgens ist wieder Kontrolle bei Beate. Alles ist bestens, das CTG perfekt und es zeigt sogar sehr regelmäßige Wehen an, die ich auch deutlich spüre. Beate ist ziemlich sicher, dass es heute noch losgeht.
Wir entscheiden uns für einen alkoholfreien Wehencocktail, um das Ganze zu beschleunigen. Zu Hause angekommen hocke ich erstmal fast 2 Stunden nur auf dem Klo. Danach bin ich leer, aber Wehen hat es bisher nicht gebracht.
Gegen 18 Uhr kommen recht unregelmäßig erste Wehen, die ich spüre, die aber nicht wehtun. Sie bleiben und werden fühlbarer. Gegen 19 Uhr ruft Beate an. Sie hat Besuch von ihrem Sohn und will Essen gehen, sich aber vorher noch erkundigen, ob dass möglich ist. Ich beruhige sie, sage, dass ich zwar Wehen habe, die aber zu unregelmäßig und schwach sind, als dass sie auf das Essen verzichten müsste.
Um 20 Uhr schläft mein Großer und nun werden die Wehen deutlich stärker. Ich hänge im Vierfüßler vor der Couch und veratme. Um 21 Uhr meldet sich Beate per SMS: Essen ist geschafft, Baby kann kommen. :-)
Zu diesem Zeitpunkt werden die Wehen wieder weniger und unregelmäßig. Ich bin enttäuscht. Sie schlägt vor, mal in die Wanne zu gehen. Gesagt, getan. In der Wanne hören die Wehen wieder komplett auf. Enttäuschung pur. Also, nach 30 Minuten wieder raus aus der Wanne.
Kaum bin ich abgetrocknet und angezogen, geht es wieder los. Diese Mal deutlich heftiger und ruckzuck in 2-3 Minuten Abständen. Uns wird ein bisschen komisch - bis zum Geburtshaus sind es 30 Minuten, vorher müssen aber noch meine Eltern kommen, um auf den Großen aufzupassen (weitere 30 Minuten). Also, schnell die Eltern angerufen. Die machen sich sofort auf den Weg und halten nach 30 Minuten mit quietschenden Reifen vor der Tür und sind fast noch aufgeregter als wir.
Beate weiß inzwischen auch bescheid und richtet im Geburtshaus alles vor. Nun soll es endlich losgehen.
Der Weg im Auto ist die Härte. Die Wehen kommen aller 4 Minuten und die Position im Auto macht mir ein Veratmen kaum möglich.
Ich wechsle auf die Rückbank, in der Hoffnung eine halbwegs bequeme Position zu finden. Das letzte Stück Straße ist voller Löcher. Bei jeder Wehe nötige ich meine Mann zum Halten. Endlich sind wir da. Es ist kurz vor Mitternacht.

04.11.2012
Beate bezieht das Bett, macht Kaffee für meinen Mann, legt meine Musik in den CD-Player.
Nun könnte es endlich mit Volldampf losgehen. Tut es aber nicht. Seitdem ich im Geburtshaus bin, fühle ich mich unglaublich müde und möchte nur noch schlafen.
Die anfangs konstanten Wehen werden plötzlich wieder schwächer. Also doch ein Fehlalarm? Ich könnte heulen.
Beate beruhigt, schlägt vor, dass wir uns aufs Ohr legen und versuchen zu schlafen. Sie meint, der Körper ist nicht bereit zum Gebären, wenn ich so müde bin. Also legen wir uns alle hin und ich schaffe es, zwischen den leichten Wehen immer wieder einzuschlafen.
Um 2:30 Uhr werde ich von einer neuen Art von Wehe wach und die Erinnerung kommt wieder: SO ging es bei der Geburt von meinem Großen auch los. Nach 3 dieser Wehen weckt mein Mann Beate.
Nun geht es tatsächlich mit Volldampf weiter. Wehen aller 3 Minuten und ich töne wie verrückt. Ich versuche gute Postionen zu finden - hänge über der Wickelkommode oder an den Schultern meines Mannes. Ich töne sehr tief, weil ich das Gefühl habe, die Wehen durch die Vibration besser aushalten zu können.
Gegen 4 Uhr schaut Beate nach dem Muttermund - 6-7cm. Nicht schlecht! Sie ruft die die 2. Hebamme Ulrike dazu.
Es geht rasant vorwärts. Um 5 Uhr meint Beate spaßeshalber, dass ich ja so langsam mal die Fruchtblase platzen lassen könnte. Die nächste Wehe versuche ich auf dem Pezziball zu veratmen...und springt die Blase. :-)
Nun habe ich das Gefühl, dass ein Güterzug über mich hinwegrast. Ich tue mich schwer, eine Position zu finde, jammere zwischen den Wehen, meckere meinen Mann an und sage, dass ich nicht mehr kann. Übergangsphase - ganz klar. Soweit denke ich in dem Moment aber nicht.
Kurze Zeit später hänge ich mal wieder im Vierfüßler vor dem Bett und ganz plötzlich kommt das Gefühl, pressen zu müssen.
Bei der Geburt meines Großen war ich so zugepumpt mit Medikamenten und einer falsch gelegten PDA, dass ich überhaupt nichts fühlte, aber das hier ist eine wahre Urgewalt. Es tut alles weh und ich will nicht pressen, aber ich muss einfach. Ich merke jeden Zentimeter, den sich das Baby nach unten schiebt. Nie und nimmer wird das mein Körper aushalten. Ich werde reißen, auseinanderbrechen, irgendwas was. Aber das ist mir egal, ich will nur, dass es endlich vorbeigeht. Meine Hebamme massiert derweil den Damm, gießt Öl drüber und was weiß ich. Ich merke zwar, dass sie was macht, bin aber zu beschäftigt mit mir selber.
Dann geht alles ganz fix. Plötzlich ist der Kopf da. Ich darf hinfassen und fühle weiche Haare. Mein Mann ruft völlig erstaunt, dass die Kleine schon fleißig durch die Gegend schaut, obwohl sie noch nicht mal richtig da ist. Mit der nächsten Wehe wird dann der Körper geboren. Dann liegt sie plötzlich zwischen meinen Beinen. Es ist 6:47 Uhr.
Ich kann es gar nicht glauben, fühle mich plötzlich großartig. Ich nehme sie hoch und drücke sie ganz fest an mich. Glück pur!
Nach ein paar Minuten wechseln wir ins Bett und schon kurze Zeit später kommt die Plazenta. Die Narben der letzten Geburt sind nicht aufgegangen. Einen leichten Dammriss habe ich aber trotzdem (der mir aber bis jetzt keinerlei Probleme macht).
Wir kuscheln und bestaunen unsere Marta. Sie sieht genauso aus, wie ihr Bruder. Irgendwann (ich habe kein Zeitgefühl mehr) ist die Nabelschnur auspulsiert und wird von meinem Mann durchtrennt. Die nächsten 2 Stunden liegen wir alle zusammen, kuscheln, bewundern, stillen, streicheln, küssen und ruhen uns aus. Beate stellt uns als Snack selbstgebackene Plätzchen hin.
Gegen 9 Uhr stehen wir auf, machen uns frisch und fahren mit unserem Wunder nach Hause. Dort wartet ein ganz aufgeregter großer Bruder und ein noch aufgeregteres Großelternpaar. Marta wird wieder bestaunt, gestreichelt, geküsst. Den Rest des Tages verbringen wir 4 auf dem Sofa und genießen jede Minute.
Ich bin wahnsinnig stolz auf diese Geburt. Selbstbestimmt, ohne Schmerzmittel, freie Entscheidungen, freies Handeln. So habe ich es mir gewünscht und so ist es gekommen. Die erste traumatische Geburt ist wie überschrieben. Ich fühle mich therapiert.



Geburtsgeschichte von Mika Pepe *25.07.2014


Am 24. Juli 2014 (donnerstags), schon 11 Tage über den errechneten Geburtstermin, bin ich am Vormittag zu Beates Hebammenpraxis zur Akupunktur gefahren. Am Sonntag davor war ich da, weil Susanne am Wochenende ein CTG machen wollte, da hatte ich auch ein bis zwei schöne Wehen drauf, nicht gerade schmerzhaft, aber sie waren da. Die CTGs bei meiner Frauenärztin waren bis dahin flacher als das Land im hohen Norden. Ich sagte beim Abschied noch zu Susanne, das ich sicher am Donnerstag nicht nochmal zur Akupunktur komme, sie meinte, das denkt sie auch. Ha, da stand ich nun wieder in der Tür und Susanne machte große Augen und sagte nur "och nee, Nicole..." Dann kam Ulrike dazu und sagte in scherzhaft-mahnendem Ton "Ich warte auf deinen Anruf", denn sie sollte als meine Beleghebamme die Geburt unseres kleinen Sohnes begleiten. Bis dahin hatte ich schon einige Wochen lang immer wieder Wehen, meistens nachts, bei denen ich dann oftmals auch in die Wanne gestiegen bin, um zu schauen, ob das nun richtige Wehen sind, oder wieder nur Vorwehen. Der Muttermund war auch schon seit, ich glaube zwei oder drei Wochen, bei 2-3 cm. Die Geburt meiner Tochter lag schon über 15 Jahre zurück, und ich war damals schon im Krankenhaus, da sich das Mäuschen schon 5 Wochen vor ihrem Termin angekündigt hatte, da waren die Wehen auch kaum schmerzhaft gewesen. Wir konnten sie dann noch eine Woche halten, aber bei 36+0 wollte sie dann unbedingt raus. Bei unserem Sohnemann hab ich immer gesagt, er darf und soll so lang drin bleiben, wie er möchte und wenn ich 14 Tage über Termin gehe. Das schien er sehr ernst zu nehmen. Irgendwie hatte ich Angst, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, um Ulrike anzurufen und dann mit ihr ins Krankenhaus zu fahren, da ich ja schon so lange immer wieder Wehen hatte, die nicht wirklich schmerzhaft waren, aber doch auch auf den Muttermund gewirkt haben. So ein dummer Gedanke eigentlich.
Naja, am besagten Donnerstag fragte Ulrike mich dann, ob wir mal einen Wehencocktail ausprobieren wollen, um das Ganze ein wenig anzuschubsen. Ulrike wollte dazu am Nachmittag zu mir nach Hause kommen. Jetzt war ich dann doch etwas aufgeregt, vielleicht halte ich ja wirklich bald meinen Bauchzwerg endlich im Arm.
Ulrike kam halb drei am Nachmittag und verabreichte mir ein großes Glas Wehencocktail, bestehend aus Pfisichsaft, Zimt, Eisenkrautöl und Rhizinusöl. Sie machte auch noch ein CTG und setzte mir nochmal Akupunkturnadeln. Ulrike machte sich wieder auf den Weg, ich sollte mich melden, wenn was ist. Nach ca einer Stunde sollte der Cocktail dann wirken. Das tut er bestimmt auch für gewöhnlich, nur nicht bei mir. Aber halt, vielleicht drei Stunden später spürte ich leichte Wehen, sie waren auch regelmäßig. Ich sagte Ulrike bescheid, sie kam wieder zurück. Nochmal Akupunktur und dann quatschten wir einfach über alles mögliche. Mein Mann und meine Tochter waren auch dabei, es war sehr entspannt. Ca halb zehn sagte Ulrike, sie merke das die Wehen wieder weniger werden, ich sagte, das ich das auch bemerkt hätte. Sie kontrollierte den Muttermund und meinte, es hätte sich nichts getan. Uff, das war nicht wirklich das, was ich hören wollte. Aber es ließ sich nunmal nicht ändern. Ulrike machte sich auf den Heimweg und ich sagte zu meinem Mann, das wir dann jetzt ins Bett gehen. Das taten wir, ich war ganz schön müde. Beim Zubettgehen, meinte ich noch zu meinem Mann, das die Wehen nicht ganz aufgehört hätten, vielleicht werden sie ja wieder stärker und anders, als die Vorwehen, fühlten sie sich auch an. Ich konnte gut einschlafen und schlief bis ca viertel eins in der Nacht zum Freitag. Da wachte ich auf, weil ich ein, schon stärkeres, Ziehen im Unterleib verspürte. Ich wollte erstmal sehen, wie die Abstände zwischen den Wehen sind, bevor ich meinen Mann wecken und Ulrike anrufen wollte. Ich war die Ruhe selbst und war von einer mich wärmenden Vorfreude erfüllt. Sollte es nun endlich wirklich losgehen? Ich wartete bis ein Uhr, die Abstände waren zwischen vier und sechs Minuten. Ich stand aus dem Bett auf, mein Mann war sofort hellwach und fragte, ob er sich jetzt anziehen soll. Ich sagte nein, er soll ruhig noch liegenbleiben, ich würde erstmal runter gehen und Ulrike anrufen. Im Wohnzimmer angekommen, kam auch schon die nächste Wehe angerollt und die hatte schon ein ganz andres Format, ich musste mich an der Lehne unsrer Couch festhalten, aber konnte sie gut veratmen. Ich rief Ulrike an und meinte, ich hoffte, das ich sie jetzt nicht wieder unnötig anrufe, aber ich hätte jetzt schon stärkere Wehen, die ich veratmen muss. Sie wollte sich auf den Weg machen, ich setzte mich in der Zeit auf meinen Pezziball und wartete die nächste Wehe ab, die nicht lange auf sich warten ließ. Mein Mann war auch aufgestanden und stand angezogen und schon fast auf dem Sprung im Wohnzimmer. Ulrike kam ca dreiviertel zwei. Nochmal schnell aufs Herzchen vom Baby gehorcht, dem ging es prächtig, er kam mit den Wehen gut klar. Dann den Muttermund kontrolliert, mit dem Ergebnis "oh, es hat sich ordentlich was getan, ich würde sagen, wir fahren los" um es mit Ulrikes Worten wiederzugeben. Ich fragte meinen Mann noch, ob wir meine Tochter wecken sollten, aber er meinte, wir sollten sie schlafen lassen, wer weiß, wie lange es dauert, nicht das sie sich sorgt, wenn sie über Stunden nichts hört von uns. Los gings in Richtung Klinik, erwartete Fahrtzeit zehn Minuten und drei Wehen. Vor der Klinik angekommen, musste ich schon die nächste Wehe veratmen, bevor ich aus dem Auto aussteigen konnte, die nächste ereilte mich dann schon auf dem Gang zur Entbindungsstation. Jetzt ging es aber wirklich vorwärts, trotzdem alles noch sehr gut auszuhalten. Endlich am Ziel angekommen, bemerkten wir, das sämtliche Kreißsäle frei waren. Das war schön, denn ich wollte ja so gern mein Baby im Wasser im Leben willkommen heißen. Es war mittlerweile ca viertel drei. Ulrike ließ mir die Geburtswanne voll mit angenehm warmen Wasser, während mein Mann die Anmeldung erledigte. Ich stieg in die Wanne, legte mich zurück und genoss das warme, entspannende Wasser. Die Wehen kamen in immer kürzeren Abständen und es kam ein Druck nach unten dazu. Ich veratmete noch vier Wehen, während ich auf allen vieren in der Wanne kniete, um es meinem Baby noch etwas einfacher zu machen, schön tief ins Becken zu rutschen. So verging die Zeit, die Wehen kamen jetzt Schlag auf Schlag und waren nun auch nicht mehr so einfach auszuhalten, aber ich kämpfte weiter, erfüllt von der Vorfreude, bald mein kleines Wunder im Arm halten und im Leben zu begrüßen zu dürfen. Ich hatte schon einen Pressdrang und Ulrike ermunterte mich, ruhig mitzuschieben. Mein Mann kümmerte sich rührend um mich, gab mir in den kurzen Wehenpausen etwas zu trinken, oder hielt meine Hand.Ulrike hielt sich mehr im Hintergrund und kam nur ab und an, um den Muttermund zu kontrollieren. Es war eine sehr intime und entspannte Atmosphäre. Ulrike fragte einmal, ob ich mich noch in der Wanne wohlfühlte, oder lieber raus möchte. Ich sagte, mir geht es gut und ich fühle mich wohl. Sie ließ dann in regelmäßigen Abständen warmes Wasser nach, damit mir nicht kalt wird.
Kurz nach vier rief Ulrike die Ärztin hinzu und ich wußte, jetzt geht es auf den Entspurt zu. Ich hatte jetzt ordentliche Presswehen und war froh, etwas tun zu können. Und das tat ich. Der Muttermund war nun vollständig, da sprang die Fruchtblase. Ich presste und es dauerte nicht lange und der Kopf meines Babys war geboren. In diesem Moment, sagte die Ärztin "jetzt macht es die Augen auf", ich dachte ich hab nicht richtig vertanden und fragte nochmal meinen Mann, er bestätigte mit einem " der guckt". Jetzt fühlte ich auch, das der Kleine das Köpfchen hin und her drehte, als ob er schonmal nachschauen möchte, wo es denn jetzt hingeht. Mit der nächsten Wehe war dann das ganze bezaubernde Wesen geboren und wir hoben ihn aus dem Wasser auf meine Brust. Es war jetzt 4.20 Uhr am Morgen des 25. Juli 2014. Ich war überwältigt und hielt mein kleines Wunder im Arm und konnte keinen Blick mehr von ihm lassen. Nachdem die Nabelschnur auspulsiert war, schnitt mein Mann sie durch. Unser Mika Pepe war nun endlich, mit nicht erwarteten 4020g und 55cm, im Leben angekommen und wir konnten ihn endlich begrüßen und willkommen heißen. Das taten wir ausgiebigst.
Ich danke meiner lieben Hebamme Ulrike dafür, das sie es uns ermöglichte, eine selbstbestimmte Geburt in entspannter Atmosphäre in der Klinik zu erleben. Dies war nach der recht schnellen und schönen Geburt meiner Tochter 15 Jahre vorher, ein weiteres wunderschönes Erlebnis. Vielen Dank auch an Susanne und Beate, für die tolle Betreuung während meiner Schwangerschaft und danach. Ohne euch wäre das so sicherlich nicht möglich gewesen.


Geburtsbericht von Robin Kaitlyn



2 Tage bin ich nun schon über de korrigierten Termin, fast 3Wochen über dem ursprünglich angenommenen. Heute schrieb mir Beate, weil ich so eine Panik vor der Klinik habe, ich kann mir Rizinusöl kaufen und ein Spiegelei in 2EL braten. Bei den meisten Frauen von ihr ging es dann nach dem 2. Ei los.

Ich bat David mich gleich noch zur Apotheke zu fahren, und dort diskutierte ich dann eine halbe Stunde mit der Apothekerin. Am Ende verkaufte sie mir das Öl, aber nur mit dem Versprechen meinerseits, das Öl erst in Gegenwart meiner Hebamme zu verwenden (hahaha...)

Am liebsten wär es ihr gewesen, ich wäre sofort in die Klinik gefahren. Doch da konnte ich nur drüber lächeln.

Nun saß ich da, 20.07Uhr, und ich habe mich entschieden. Es fiel mir nicht leicht. Ist heute ein guter Abend zum entbinden?Habe ich die Kraft die ich brauche?Fehlt mir doch noch Zeit? Fehlt Robin noch Zeit,warum will sie nicht raus?Was wenn ich 3Wochen drüber bin und nicht nur die offiziellen 2 Tage? Ist es mir wirklich egal, das morgen der 8.8. -und damit unser 1.Hochzeitstag- ist? Aber was ist erst, wenn du wartest und in die Klinik musst? Mit ihren dämlichen Eingriffen und den sinnlosen Kaiserschnitten. Wie würden sie mich wohl behandeln, ohne ärztliche Untersuchungen, ohne Ultraschallkontrollen, ohne CTG? Meine Liste mit Dingen die ich der Klinik verbieten würde war drei Mal so groß wie die,was ich erlauben würde. Ich kann da nicht hin. Und damit stand es für mich fest. Heute ist der Tag der Tage. Robin, deine Reise beginnt.

Nach einem Entspannungsbad ging ich also in die Küche und briet mir ein Spiegelei. Ich zelebrierte es; Ei, sagte ich, du bringst mir mein Kind. Ich köpfte eine Flasche Jive Hugo (alkoholfreier Sekt) und dachte voller Vorfreude an die zu erwartenden Wehen. Hoffte, Beate nicht nachts wecken zu müssen.

Und jetzt ist es mir egal, was andere sagen.Lass deinem Kind die Zeit.Fragt mich mal einer? Meine Symphyse schmerzt als wär sie gesprengt worden, mein Rücken fühlt sich an als wöllte er im unteren Drittel jeden Moment durchbrechen, ich schlafe seit Wochen im sitzen. Meine Zeit ist rum!

08.08.14 1 Uhr

Ich werde wach, habe Schmerzen. Verschlafen gehe ich ins Bad, und wieder ins Bett.

1.30Uhr

Erneut wache ich mit Schmerzen auf, diesmal geht mein erster Gedanke ans Ei. Ich gehe wieder ins Bad, und entdecke den Schleimabgang. Mir wird klar, das Ei hat gewirkt. Wieder frage ich mich, sind wir überhaupt soweit, ein 2.Kind zu empfangen? Ich lache mich aus, dafür ist es eindeutig zu spät; sie kommt.



Ich gehe ins Schlafzimmer und wecke David, sage ihm das ich in das Wohnzimmer wechsle. Ich schnappe mir meine Geburtskiste und bin mir nicht sicher, ob David es mitbekommen hat. Er schläft weiter.

Ich lache, freue mich. Andere rennen jetzt hektisch durch die Wohnung,packen ihre Taschen und fahren in die Klinik, bringen ihre Kinder weg und alle Welt weiss, es kommt das Kind. Wir dagegen werden Ruhe und Gelassenheit in unserer Geburt haben.

Im Wohnzimmer packe ich meine Kiste aus, Handtücher, Moltontücher, saugfähige Unterlagen. Ich hole mir Traubensaft und Wasser, breite die Malerplane und Decken auf dem Sofa aus, schalte den TV an und Micaela Schäfer bietet mir Telefonsex an. Ich lache, sitzen wir doch beide nackt am / im TV, nur Sex wöllte ich grad keinen. Mit der Zeit nervten mich die Dienstangebote aber, und ich schaltete den TV wieder aus.

3Uhr

Die Wehen wurden so stark, das ich nicht mehr allein sein wollte, und bat David ins Wohnzimmer zu wechseln. Auf dem Sofa schlief David dann weiter, notierte aber die Uhrzeiten der Wehen für mich. Ich war sehr irritiert, die Wehenpausen waren so unterschiedlich lang, aber so intensiv. Wehen veratmen kam für mich nicht in Frage, ich wollte keine einzige Wehe vergeuden. Ich lebte, atmete nur noch für die nächste Wehe, freute mich wenn sie kam und schmiss mich voller Hingabe in ihre Wogen. Dann floss etwas Wasser und es roch sehr intensiv. David schien das auch zu merken und öffnete das Fenster. Nun würde die ganze Straße erfahren, hier findet eine Geburt statt. Ich genoss die frische Luft und mir waren die Leute da draußen völlig gleich.

5Uhr

Ich hatte Lust auf Kaffee, also kochte ich uns eine Kanne. Das tat so gut, der Duft, der Geschmack. Wieder freute ich mich, daheim zu sein.

6Uhr

Skarlet (2,5Jahre alt) wurde wach, ich erzählte ihr,das das Baby heute kommt. So viele Videos hatten wir gesehen, soviele Bücher und Bilder geblättert. Heute würde sie eine Geburt live erleben. Dann gratulierte ich David zu unserem 1. Hochzeitstag.

Skarlet schaute immer interessiert zu, wenn eine Welle über mich kam, war aber sonst ganz in ihrem Alltag,Zähne putzen, pullern, frühstücken. Die Wehen kamen immernoch sehr unregelmäßig, manchmal vergingen bis zu 15 Minuten. Das war zwar sehr erholsam, verwunderte mich aber. War die Geburt wirklich greifbar nah?Werde ich eine der Frauen sein die Tage lang in den Wehen liegt? David bot an, Beate anzurufen. Ich weigerte mich. Ich wecke sie doch nicht wegen unregelmäßiger Wehen, also bitte! Und dann, soll sie etwa den ganzen Tag in Chemnitz hocken, wenn es noch ewig dauert? Sie kann ja nicht mal eben wieder nach Hause fahren! Nein, so sehr wie ich mich auf meine liebe Beate freute, sie soll noch etwas schlafen können.

7Uhr

David besteht auf meinen Anruf, schon alleine weil der Pressdrang für mich so stark war. Ich gehorchte, und fragte Beate, ob sie Lust hat etwas eher zu uns zu kommen als zum vereinbarten Vorsorgetermin.

8Uhr

Beate ist da. Zuvor hatte mein fürchterlicher Ehemann ( ;) ) mich alleine im Wohnzimmer gelassen, um Skarlet im Bad zu helfen.Das offene Fenster störte mich plötzlich, es war kalt und zugig und ich nicht in der Lage es zu schließen. Ich wollte auf dem Sofa bleiben, dort wo die Wehen erträglich sind und sich gut anfühlen. Ich drehte halb durch und hasste ihn, das er mich nicht rufen hörte, dabei war er keine 10Minuten weg.

Beate schaute dann also nach dem Muttermund, der bei 7cm war. Das wunderte mich, warumwollte ich dann pressen?

Sie schlug mir vor, in den 4 füssler zu wechseln,was ich auch tat. Doch so weit unten auf dem Boden kam ich mir fehl am Platz vor. Es tat so weh. Klar, der Muttermund öffnete sich ja auch weiter.Das wusste ich auch, aber ich wollte dort nicht bleiben. Ich fühlte, wie mir die Kontrolle entglitt und die Wehen wurden schwächer. Beate fragte mich, ob ich vielleicht noch einmal aufs WC gehen möchte.Ich war froh, fühlte wie der Gedanke mich stärkte, und ging ins Bad. Doch kaum wie ich drauf sass, bekamen mich keine 10 Pferde wieder runter. Es tat so gut, die Wehen kamen zurück und brachen wie große Wellen auf mich herein. Mein Wille wuchs und meine Kraft kehrte zurück. Ab und zu schauten Beate und David nach mir, auch Skarlet kam zwischendurch mal schauen. Und dann kommt dieser fürcherliche Ehemann ( ;) ) und will tatsächlich mal aufs WC! Ich schickte ihn mit einem einfachen Nein weg, dachte mir aber weit aus böseres, piss in ne Flasche wollte ich ihn anschreien. Doch ich wusste, er kann nichts dafür. Eine halbe Stunde später kam Beate, und sagte mir, das David dringend aufs WC müsste ich soll doch bitte versuchen rauszukommen. Ich ging zurück ins Wohnzimmer, stand verloren mitten im Raum. Krallte mir in die Oberschenkel. Fragste mal nach dem Gebärhocker? Aber dort saß Beate und schrieb etwas auf. Die nächste Wehe lies mich verstehen, im stehen wird das hier nix. Ich fragte sie nach dem Hocker und welch Glück, sie sagte ja ( :D ) David setzte sich auf den Sofarand, ich davor auf dem Hocker. Bei jeder Wehe stemmte ich mich auf seinen Oberschenkeln ab und hob das Becken aus. David küsste und lobte mich. Der Muttermund brauchte noch 1cm, es muss so 9.30 Uhr sein.Ich presste gegen diesen blöden einen Zentimeter und Beate sagte, das glaub ich nicht da kommt die Fruchtblase, das ist eine Glückshaube! Ich dachte nur so die Fruchtblase?Dann spürte ich etwas an den Schamlippen. Rund, warm, weich. Ach so, die Blase...doch dann sagte Beate etwas das ich noch weniger verstand. Ich lehnte nach hinten an David, als sie sagte komm mal hoch, fühl mal den Kopf von deinem Baby! -was für ein Kopf?! Dachte ich und griff nach unten.

Tatsache, ein Kopf. In der Fruchtblase. Ist das der Kopf, fragte ich sicherheitshalber.

Ja, sagte Beate euphorisch. Ich: Der kopf ist schon da?! Ja, kam die Antwort wieder. Noch ein paar Mal pressen, dann ist dein Baby da!Beate schob Skarlet beiseite, und schoss mir die wohl wichtigsten Fotos, der Kopf mit der Glückshaube. Ich konnte die nächste Wehe kaum abwarten, presste sobald ich sie anrollen fühlte und dann war sie schon da. Beate fing sie sanft ab und legt sie auf den Boden, zog die Fruchtblase ab. Der Geruch von Fruchtwasser umpfing mich wieder, diesmal gefiel er mir. Ich sah auf mein Baby herunter, es lag auf dem Bauch und zog die Knie an.

Ich war sprachlos, überwältigt, unfähig mich zu bewegen. Wie ein Kleinkind wimmerte ich und streckte die Arme Richtung Baby aus. Beate verstand mich wortlos und reichte mir mein Spiegelei-Wunderkind. Ich drückte sie an mich, sog ihren Geruch ein und küsste sie. Skarlet war begeistert, und fand als erstes Worte?Oh Baby!Baby da!?. Als ich dann so saß, mit meinem Baby auf der Brust, bat Beate mich, mich aufs Sofa zu legen.Ich blutete wohl. Mir war das egal, wir wussten ja, das ich viel bluten würde. Ich bat David, mir die Eispads zu bringen, um sie mir auf den Unterbauch zu legen. Beate begann aufzuräumen, als ich Druck verspürte. Ich dachte an die Plazenta und drückte. Ich rief Beate, das fühlte sich nicht wie die Plazenta an. Es war Blut,mich störte das nicht weiter. Beate dagegen schon etwas...sie gab mir ein Mittel, um für Nachwehen zu sorgen, die die Blutung stoppen sollten. Das Klappte auch gut, und ich gebar die Plazenta praktisch nebenbei, wie mir vorkam. Wir nabelten Robin ab und kontrollierten zum 1. Mal, ob sie wirklich ein Mädchen ist.Ja, ist sie =) Ich wechselte die Position auf dem Sofa und David und Beate begannen, aufzuräumen. Beate schrubbte sogar unser Sofa blitzeblank und machte selbst Späße darüber. Wir sind dann gemeinsam ins Badezimmer gegangen, wo ich versuchen sollte zu urinieren. Kaum das ich saß,lief es. Beate fragte,ob ich pullerte oder ob das wieder Blut ist. Die mit ihrem Blut, dachte ich und sagte ich pullere. In Wirklichkeit hatte ich keine Ahnung,ich merkte da unten gar nichts. Zum Glück war es tatsächlich nur Urin. Die Nachwehen nahmen deutlich zu, Beate wog und vermaß Robin und zog sie für uns an. Nach den ersten gemeinsamen Fotos packte Beate ihre Koffer und verabschiedete sich von uns.

Wir telefonierten dann ganz in Ruhe mit den erneut frischen Großeltern, und baten meine Eltern gleich, noch ein paar Einkäufe vorbei zu bringen,abends empfingen wir dann also die ersten Gratulanten und es war für uns genau der richtige Weg. Jederzeit würde ich wieder eine Hausgeburt mit Beate erleben wollen.




Geburtsbericht Marc 16.03.2015

Ersteinmal was zu meiner Vorgeschichte, 2009 wurde unser erster Sohn mit allem was das
Krankenhaus so zu bieten hatte geboren.
2010 kam dann gleich unsere Tochter zur Welt, schon sie sollte eine Beleggeburt mit Beate
werden, doch das Schicksal meinte es nicht gut mit uns und meine Merle musste ohne Beate zur
Welt kommen weil sie durch die Einleitung einfach zu schnell war. Dazu muss ich noch sagen das
ich laut meinem Frauenarzt auch nie normal schwanger war, und alle Frauen die Ambulant und zu
Hause gebären sterben ja sowieso. Von da an stand für mich fest sollte ich irgendwann nochmal
ein Kind bekommen, kommt für mich weder ein Frauenarzt noch eine Klinik in Frage. Im Juli
2014 war es dann soweit unser drittes Wunder kündigte sich an, ich war so was von glücklich und
meldete mich sofort bei Beate (denn zeitiges kommen sichert gute Plätze). Es war eine
unkomplizierte und entspannte ganz normale Schwangerschaft. Die Zeit verging wie im Flug und
der 07.03.2015 rückte immer näher, nicht das ich dachte mein Baby würde kommen, das wäre ja
was gewesen. Ich bin ja bisher immer über Termin gegangen beide Male eingeleitet. Dann hatte
ich noch die ganze Zeit im Kopf das in der Schwangerschaft geträumt hatte das wir nicht im
Geburtshaus sind, aber es beruhigte mich Beate kam in meinem Traum vor. Ich machte mir schon
die ganze Zeit Gedanken ob das mein Körper überhaupt alleine kann. Naja eine Woche über
Termin meinte Beate bloß ich solle mir eine Flasche Rizinusöl kaufen und mir ein Ei damit
braten. Das tat ich natürlich, und es tat sich nix nicht einmal nix. Sonntag den 15.03.2015 gab es
dann nochmal ein leckeres Frühstücksei, und tatsächlich es tat sich was. Über Mittag bekam ich
Wehen, regelmäßig ich konnte es gar nicht glauben. Gegen Abend rief ich Beate weil ich mir
meiner Sache nicht sicher war. Sie kam auch gleich, aber der Befund war ernüchternd, sie meinte
zum losfahren ins Geburtshaus sei es noch zu früh. Ich sollte mich melden wenn es mehr wird
oder wenn ich sie brauch ansonsten kommt sie morgen früh zum CTG schreiben. Ich legte mich
hin und gegen Mitternacht waren die Wehen weg. Am Montag Morgen 16.03.2015 kam Beate
nun zum CTG schreiben. Ja was soll ich sagen eine Linie, gerader hätte man sie mit einem Lineal
nicht ziehen können. Den ganzen Tag tat sich nichts. Am späten Nachmittag bekam ich wieder
Wehen, ich machte mir ein Bad aus Lavendel und Heublumen. Ich rief meinen Mann er soll die
Kinder zu meiner Mutter bring ich bräuchte mal meine Ruhe. Als ich aus der Wanne kam rief ich
Beate an, und sie kam und dann, der selbe Befund wie am Vorabend. Ich dachte nein das kann
nicht sein. Im Hinterkopf schon na prima noch so ne Nacht. Sie fuhr wieder, mit dem selben wenn
es mehr wird rufst du mich.(man muss dazu sagen sie hatte einen kurzen Anreiseweg, wir wohnen
im selben Ort). Ich machte mir meine Couch zu recht, schickte mein Mann ins Bett er kann mir eh
jetzt nicht helfen. Ich sah Fernseher und hatte die ganze Zeit Wehen aber sie wurden nicht mehr
oder so und ich dachte ne jetzt rufst du nicht nochmal an und dann ist es wieder noch nicht Zeit
zum los fahren. Auf einmal hatte ich das Gefühl ich musste auf Toilette und müsste drücken. Ich
suchte mein Handy, welches irgendwo auf der Couch zwischen den tausend Kissen liegen musste
aber ich fand es nicht gleich. Ich ging zurück ins Bad holte mir einen Stapel Handtücher und
nahm sie mit ins Wohnzimmer. Wenn ich nicht gleich mein Handy finde bekomme ich mein Baby
alleine dachte ich. Mein Mann hörte mich auch nicht rufen. Ich konnte aber auch nicht mehr vor
ins Schlafzimmer laufen. Und da fand ich mein Handy 22.25 rief ich Beate und meinte unter einer
Wehe kannst du bitte kommen, aber ich glaube es ist zu spät. Jetzt bemerkte auch mein Mann das
es soweit war. 10 Minuten später war Beate da sie parkte gleich vorm Haus untersuchte mich und
meinte bloß Daniel hol schnell meinen großen schwarzen Koffer aus dem Auto das Baby kommt
es ging alles sehr schnell und 22.43Uhr war er dann da. Beate legte mir mein Baby auf die Brust
und so konnte er ganz in Ruhe ankommen. Etwa eine dreiviertel Stunde später kam die Plazenta.
Ich ging duschen, legte mich in mein Bett und war glücklich und zufrieden. Nachdem Beate die
U1 gemacht hatte legte sie mein baby zu mir ins Bett und wir konnten ganz in Ruhe kuscheln das
erste mal anlegen, das alles ohne das uns fremde Leute störten. Es war einfach nur unsere Zeit. Es
war keine geplante Hausgeburt, aber das beste was mir passieren konnte. Ich konnte mit
vergangenem abschließen, und habe so meinen Seelenfrieden gefunden. Dafür bin ich Beate
unendlich dankbar.
Marc geboren mit der besten Hebamme der Welt.
Am 16.03.2015
Um 22.43 Uhr
4130 Gramm
54 cm



Geburtsbericht unserer kleinen Hanna

Der Tag der Tage rückte immer näher und nachdem ich wochenlang mit Wehen zu kämpfen hatte und auf Bryophyllum und Magnesium angewiesen war, tat sich nach Absetzen der ganzen Dinge 4 Wochen vor Termin rein gar nichts mehr. Ich hielt mich fleißig an die Tipps: Himbeerblättertee (das Zeug trink ich nie wieder), Massagen und Dampfsitzbäder. Entspannungsmusik und und und. Im Kopf hatte ich mir die Geburt schon absolut traumhaft ausgemalt. Ruhig, tiefenentspannt und perfekt vorbereitet. Das man eine Geburt allerdings nicht planen kann, sollte ich noch erfahren

So gingen wir am Abend vor dem errechneten Termin noch zum Geburtstag meines Opas. Es tat sich ja auch absolut nichts. Ich witzelte noch mit meinem Vater bei der Verabschiedung:"und denk dran Papa, wir sehen uns morgen in Borna!"

.... Ich wusste ja nicht, was ich da sagte ....

Am nächsten Morgen, sonntags, genau zum errechneten Termin, wachte ich um sieben Uhr auf. "Och nee.... Magen-Darm" und da rannte ich auch schon los. Ich dachte schon, ich hab mir am Buffett irgendwas weg geholt. Aus dem Bad ging ich direkt wieder ins Bett. War ja noch zeitig 20min später wieder die Bauchschmerzen... Das war dann schon irgendwie komisch... Nach weiteren 15 min schon wieder... Hm... Okay... Ich wackel dann mal doch lieber vor in die Stube und beobachte die Sache. Mein Mann war schon wach und bereitete auch gerade schon das Frühstück vor. Ich setzte mich mit ihm an den Tisch und *autsch*.... Da war es schon wieder... Jap... Eindeutig Wehen! Oh Gott!!!!! WEHEN!!!! Jetzt bloß nicht panisch werden erstaunlicher Weise kamen die Wehen bis um acht in recht regelmäßigen Abständen zwischen 2-4 Minuten, zugegebener Maßen taten die auch echt weh... Aber sie waren nicht lang genug. Maximal 40sec... So wehte ich gute zwei Stunden vor mich hin und wollte dann doch lieber noch mal in die Wanne gehen. Kaum drinnen brüllte ich meinen Mann an, er soll mich gefälligst wieder raus holen, in der Wanne tut es ja noch mehr weh... Der arme Kerl musste echt leiden unter mir 😅😅😅 gegen zehn riefen wir dann Ulrike an, sie solle mal lieber schauen kommen weil die Abstände ja von Beginn an ziemlich eng waren.

Ich wehte zwischenzeitlich weiter herum und Ulrike war auch super schnell da. "Na das klingt ja schon schön!" Toll!!!! Dann bin ich bestimmt schon gut vorangekommen dacht ich mir!!!
Rauf auf die Couch und untersuchen "hm... Nicht mal ganz fingerdurchlässig" (wtf&%#$!?) nee oder "ruft mich an, wenns gar nicht mehr geht"

Und so machte ich noch weiter bis halb eins... Weiter sehr schmerzhaft und kurze Abstände. Bis ich schlussendlich Stefan anflehte, Ulrike nochmal anzurufen. Nochmal untersucht: immer noch nichts.

Wir beschlossen trotzdem in die Klinik zu fahren, denn ich war langsam wirklich verunsichert und hatte auch ein wenig Angst. 20 Minuten später waren wir alle angekommen. Rein in den Kreißsaal, bequeme Klamotten an und weiter geht's. Ulrike ließ mir eine schöne warme Wanne ein und die Abstände der Wehen wurden darin auch länger. Ich bin zwischenzeitlich sogar eingeschlafen. Als ich aus der Wanne raus kam, war es dann schon nach drei Uhr. Für mich ging es nochmal zur Untersuchung: 3cm... So langsam entmutigte mich die Situation ziemlich stark. Danach rauf auf den petziball. Zwischendurch kam auch die Ärztin zum schauen und untersuchen. Irgendwie war die Atmosphäre etwas angespannt. Ulrike und die Ärztin tauschten Blicke aus. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass da was im Busch war. Ich wehte noch insgesamt bis halb acht weiter. Unterdessen ging auch der Pfropf ab und die Fruchtblase platzte. Fragt mich bitte nicht, an welcher Stelle das passiert war... Ich vermute ja, in der Wanne. Denn das Wasser war einfach nicht mehr da 😅 die Ärztin und Ulrike untersuchten mich nochmal und die Blicke wurden offen gestanden auch nicht gerade besser. Aber immerhin 5cm!!! Nach insgesamt zwölf Stunden Wehen war ich wirklich langsam richtig kaputt und brüllte alle nur noch an, sie sollen jetzt was gegen meine Schmerzen machen sonst kracht es! Und komischer Weise bekam ich sofort eine pda angeboten. (Nach der ich zugegebener Maßen schon halb vier bettelte) spätestens jetzt wusste auch ich, dass da was nicht stimmt und frug die Ärztin auch direkt. Und tatsächlich: unsere Maus hat sich am Schambein verkantet und wir müssen schauen wie es weiter geht" aha. Ok. Verdammt. Wenn sich bis um elf nichts tut, muss sie geholt werden. WAS?!?!!! Niemals, so war das nicht geplant!!! Aber wenigstens hatte ich jetzt eine Erklärung warum ich genau dort so unglaublich höllische Schmerzen hatte...

Die PDA wirkte sofort und verschuf mir eine angenehme Pause. Nach einer Stunde ging es dann aber direkt mit Sport auf dem Entbindungsbett und Ball los, inkl. Wehentropf. Hoch und runter, Hüften hin und her, der Tropf tat sein übriges... Um kurz nach elf wurde ich nochmal untersucht. Vom Mumu her hätte es los gehen können. Jetzt kam allerdings eine andere Ärztin zur Untersuchung. Ich glaube, es war die Oberärztin der Gyn. Eine Untersuchung unter Wehen ist echt blöd sag ich euch 😕 sie fühlte und keine Minute später stand fest: Hanna wird mit jeder wehe fester auf das Schambein gedrückt. Man kann sie auch nicht mehr zurückschieben. "Wir müssen ihr Kind leider per Kaiserschnitt holen, tut mir leid"

Ich fing sofort an zu weinen. Das war nicht die Geburt, die ich mir so sehnlichst gewünscht hätte.
Stefan wollte nicht mit in den OP, er hatte Angst davor. Also nötigte ich Ulrike, meine Hand zu halten, weil ich auch sehr viel Angst hatte...

Die PDA wurde aufgespritzt und keine fünf Minuten nach dem ersten Schnitt wurde Hanna geboren. Sie kam ohne Umwege noch im OP auf meine Brust und blieb dort bis wir wieder im Kreißsaal waren. Es war so schön, dass ich sie direkt halten durfte. Sie roch so gut und war total sauber.

Hanna wurde am 10.02.2013, um 23:46 mit 2960 Gramm, 49cm Größe und 33cm Kopfumfang geboren. Hanna ist ein Sonntagskind.

Wir sind unglaublich stolz auf Dich, Schatz



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